Marktberichte
Flächenrückgang, niedrige Erträge, hohe Preise, hohe Eiweißwerte – dies sind die Kennzeichen der Braugerstenernte 2007.
Die diesjährige Braugerstenernte hat in Deutschland erneut enttäuscht. Zusätzlich zu einem Rückgang der Anbauflächen von bundesweit rund 10% konnten aufgrund der fehlenden Niederschläge im April auch nur unterdurchschnittliche Erträge erzielt werden. Die niederen Erträge bedingen einen durchschnittlichen Eiweißgehalt der angelieferten Braugerste von rund 12%. Fehlende Erntemengen und die Preisentwicklung der letzten Wochen veranlasste die Malzindustrie dazu, Gerste mit Eiweißgehalten bis zu 13% bei der Anlieferung zu tolerieren.
Die Sortierung der Gersten ist regional sehr unterschiedlich. Die unbeständige Wetterlage während der Ernte hat dazu geführt, dass die Ware im Durchschnitt höhere Feuchtigkeitsgehalte aufweist, als im letzten Jahr. Hauptbraugerstensorte in Deutschland ist weithin Braemar sowie eingeschränkt Auriga, Belana, Pasadena und Scarlett. Versuche wurden mit den neuen Sorten Marthe und Power durchgeführt.
Ähnliche Verhältnisse werden auch aus Frankreich, Niederlande, Österreich, Tschechien und Polen mitgeteilt. Auch hier kennzeichnen niedrige Erträge und hohe Eiweißwerte die Ernte. Günstiger sieht es dagegen in Großbritannien und Skandinavien aus. Die wichtigsten Sorten in der EU sind Sebastian, Power, Class, NFC Tipple und Prestige.
Die verfügbaren Braugerstenmengen sind erneut defizitär, jedoch in geringerem Umfang, als im letzten Jahr. Während 2006 rund 700.000 Tonnen Braugerste in Europa fehlten, dürfte sich diese Menge 2007 halbieren, sofern auch höhere Eiweißgehalte akzeptiert werden. Im Gegensatz zum letzten Jahr fehlen allerdings jegliche Reserven und auch seitens der Wintergerste ist keine Entlastung zu erwarten.
In Folge dieser Entwicklungen steigen die Braugerstenpreise seit Wochen auf immer wieder neue Höchststände, wie Sie aus der nachfolgenden Grafik entnehmen können. Eine Entlastung ist derzeit nicht in Sicht.

Die Landwirtschaft kann von der Preisentwicklung nur sehr eingeschränkt profitieren, da sie häufig ihre Ware über Vorverträge verkauft hat. Dies ist auch der Grund dafür, dass derzeit praktisch keine Vorverträge für die kommende Ernte 2008 angeboten werden. Dies dürfte sich auch in den kommenden Monaten kaum ändern. Bei fast 100%-Preisvolatilität ist es unternehmerisch nicht zu verantworten, Malzabschlüsse ohne entsprechende Gerstendeckung anzubieten. Daher sollten Brau- und Malzindustrie frühzeitig über mögliche alternative Vertragsmodalitäten nachdenken und diskutieren.
Die Malzkapazitäten sind für 2008 gut verkauft. Vor allem international besteht weiterer Bedarf. Aufgrund der hohen Gerstenpreise werden Angebote zu über 550 Euro abgegeben und von den Käufern akzeptiert.
Aufgrund der geernteten Gerstenqualitäten werden die Malze einige Spezifikationen nicht erfüllen können. Dies betrifft vor allem die Parameter Extrakt (niedrig) und Eiweiß (hoch) sowie die damit in Verbindung stehenden Werte löslicher Stickstoff (hoch), Eiweißlösungsgrad (hoch) und Koch- und Würzefarbe (hoch).
Die Auslieferung von Malzen hergestellt aus der Ernte 2007 wird in den kommenden Tagen beginnen.
Weitere Infos:
BESTMALZ AG
Postfach 10 43 20
D-69033 Heidelberg
Fon +49 (6221) 6466-0
Fax +49 (6221) 6466-99
E-Mail: info@bestmalz.de
http://www.bestmalz.de
geschrieben von BESTMALZ AG am 25.09.2007 um 10:11.
07.01.09 - Bereits Anfang November wurde vermeldet, dass sich die traditionsreiche Biermarke Feldschlösschen einen neuen Auftritt verpasste. Die neue Visual Identity sollte moderner und attraktiver daher kommen, hiess es damals von Seiten des Unternehmens. Verantwortlich für das Redesign zeichnet die Kommunikationsagentur Valencia. Der neue Look entspreche heutigen Erwartungen an ein modernes Bier und bleibe gleichzeitig der Markentradition treu, so die Agentur zum neuen Verpackungsdesign. [mehr]
07.01.09 - Die großen Düsseldorfer Altbierbrauereien sehen nicht gerade mit Optimismus ins neue Jahr. Die Wirtschaftskrise könnte den ständig sinkenden Bierkonsum in den kommenden Monaten auf einen neuen Tiefstand bringen. Seit Jahren hoffen die Brauereien vergeblich darauf, dass endlich die Talsohle erreicht ist und es wieder, wenn auch nur in bescheidenem Maße, aufwärts gehen könnte. [mehr]
06.01.09 - Die Versorgung mit Weizen fällt 2008/09 weltweit umfangreicher aus als bislang erwartet. Das US-Agrarministerium (USDA) setzte seine Schätzung der Welt-Weizenerzeugung zuletzt um weitere 1,6 Millionen Tonnen auf 684 (Vorjahr: 610,6) Millionen Tonnen herauf. [mehr]