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Situation für Deutschlands Getreideerzeuger bleibt prekär

Die Preise für Weizen und Gerste liegen auf dem Niveau von vor zwei Jahren, während sich die Kosten für Düngemittel mehr als verdoppelt haben. Deshalb ist unverständlich, dass heute noch durch Vertreter der Brauwirtschaft Preiserhöhungen gegenüber dem Verbraucher mit gestiegenen Rohstoffpreisen begründet werden.“

Mit dieser Aussage wies der Vorsitzende des Fachausschusses Getreide des Deutschen Bauernverbandes, der Präsident des Thüringischen Bauernverbandes Dr. Klaus Kliem auf die prekäre Situation der Ackerbauern hin. Nach den starken Preisanstiegen für Getreide in den letzten zwei Jahren habe nun das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen, erklärte Kliem weiter.

Weltweit sei sehr viel mehr Getreide als im Vorjahr geerntet worden. Die Bauern hätten auf die knappe Versorgungssituation und auf die hohen Preise reagiert und den Anbau von Getreide deutlich ausgedehnt. Damit hätten die Bauern auch gleichzeitig verdeutlicht, dass die Produktion von Nahrungsmitteln für sie an erster Stelle stehe.

Die weltweit hohen Ernten sowie die Finanzkrise hätten jedoch erheblichen Druck auf den Getreidemarkt ausgeübt, so Präsident Kliem. Zwar konnten schon erhebliche Mengen an Getreide exportiert werden, allerdings lähmt die Unsicherheit wegen der Finanzkrise augenblicklich das Exportgeschäft.

Mit Blick auf die Diskussionen über die gemeinsame Agrarpolitik machte Kliem deutlich, dass das System der Getreideintervention zumindest bei Weizen in Europa als Sicherheitsnetz bei kurzfristigen Marktstörungen in seiner jetzigen Funktionsweise erhalten bleiben müsse. Ein System mit Ausschreibungen bringe nur noch mehr Unsicherheit in den Markt und wird dem Anspruch eines Sicherheitsnetzes nicht gerecht.

Allerdings darf die Preisentwicklung nicht über die nach wie vor knappe Situation auf den internationalen Getreidemärkten hinwegtäuschen: Noch immer liegen die prognostizierten Lagerbestände am Ende des Wirtschaftsjahres auf dem gleichen Niveau wie in den vergangenen drei Jahren, als über Lebensmittelkrisen und Knappheiten berichtet wurde. Bei Mais wird die Produktion nicht den Bedarf decken, bei Weizen können sich die Endbestände lediglich um 2,8 Prozent erhöhen. „Es bleibt knapp“, so Dr. Kliem.

geschrieben am 19.11.2008 um 06:36.


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