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Tsingtao will bekannter werden
Mit Bier im Sport lässt sich immer ein gutes Geschäft machen: Die internationalen Brauereien rissen sich dementsprechend darum, Sponsor der Olympischen Spiele in Peking zu werden, allen voran Chinas berühmteste Marke Tsingtao. Zusammen mit zwei Konkurrenten kam die chinesische Traditionsbrauerei zum Zuge - und wegen der boomenden Nachfrage zahlte sich für das 1903 von deutschen Siedlern gegründete Unternehmen das Sponsoring auch trotz des massiven Wettbewerbs auf dem chinesischen Markt aus.
Seine Ursprünge hat Tsingtao in der ehemaligen Germania-Brauerei Tsingtao - diese entstand, als der südöstlich von Peking gelegene Küstenabschnitt Tsingtao, heute Qingdao, noch Kolonie des deutschen Kaiserreichs war. Damals galt es, den Durst einer Garnison deutscher Soldaten zu stillen. Noch heute erinnern im historischen Ziegelgebäude der Tsingtao-Brauerei Siemens-Motoren von 1893 an diese Zeit. Heute, gut hundert Jahre später, ist der Tsingtao-Konzern Branchenprimus auf dem umkämpften Markt Chinas.
Am Tsingtao-Stammsitz Qingdao, dem Hafen der östlichen Provinz Shandong, finden die olympischen Wassersportwettbewerbe statt. Größter Anteilseigner der Brauerei ist der Staat mit 37 Prozent, gefolgt vom US-Konzern Anheuser-Busch mit 27 Prozent. Das Olympia-Geschäft muss sich Tsingtao mit dem US-Brauer Anheuser-Busch und dem heimischen Konkurrenten Yanjing teilen, der ebenfalls zu den drei Topbrauern der Volksrepublik gehört, aber die Zuwächse sprechen für sich: Allein 2008 habe die Brauerei zwei Prozent Marktanteil dazugewonnen. Zugute kommt dem Brauereiriesen seine Präsenz in einem Land mit Hunderten örtlicher Brauereien, die auf regionale Stammkunden setzen. "Die zehn größten chinesischen Brauer kontrollieren 60 Prozent des Marktes, aber nur Tsingtao hat eine landesweite Anhängerschaft", hebt die französische Wirtschaftsvertretung in Shanghai hervor.
Verwaltungsratspräsident Jin hat trotz der guten Ausgangsposition noch viel vor. Die Spiele seien eine gute Gelegenheit, ein Markenimage aufzubauen, sagt er: "Aber es gibt noch viel zu tun." Zwar stehe Tsingtao-Bier im Ausland in jedem China-Restaurant auf dem Tisch. Doch der Export falle beim Umsatz kaum ins Gewicht. Und auch daheim hat die Branche noch Potenzial. Seit 2003 ist China dank seiner Bevölkerungszahl zwar weltgrößter Bierkonsument. Beim Pro-Kopf-Konsum halten sich die Bürger jedoch zurück: Ein Chinese trinkt nur ein Viertel der Biermenge eines US-Bürgers.
geschrieben am 20.08.2008 um 13:44.
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